Historischer Marktplatz in Bremen mit Giebelhäusern und Geschäften, Tageslicht
KI-generiertes Symbolbild
Gewerbe-Nebenkostenprüfung

Nebenkostenabrechnung Gewerbe prüfen in Bremen

Nebenkostenabrechnung Gewerbe in Bremen prüfen: Hebesatz 755 %, Bremer Messzahl 0,75 Promille für Gewerbe, Abfallgebühren 2026 und Prüfpunkte für Mieter.

  ·  5 min Lesezeit

Kurzantwort: In der Stadt Bremen gilt für 2025 und 2026 ein einheitlicher Grundsteuer-Hebesatz von 755 Prozent. Gewerbegrundstücke zahlen trotzdem deutlich mehr als Wohngrundstücke, weil Bremen für Nichtwohngrundstücke eine eigene Steuermesszahl von 0,75 Promille festgelegt hat, mehr als doppelt so viel wie im Bundesmodell. Zum 01.01.2026 sind außerdem die Abfallgebühren gestiegen. Eine erste Einschätzung Ihrer Gewerbe-Abrechnung erhalten Sie bei uns kostenlos.

Bremer Sonderweg: höhere Messzahl statt höherer Hebesatz

Bremen bewertet Grundstücke nach dem Bundesmodell, hat aber mit dem Bremischen Grundsteuermesszahlengesetz eigene Messzahlen eingeführt. Für Wohngrundstücke gilt 0,31 Promille wie im Bund. Für Nichtwohngrundstücke, also Geschäftsgrundstücke, gemischt genutzte Grundstücke und Teileigentum, gilt in Bremen 0,75 Promille statt 0,34 Promille. Dasselbe gilt für unbebaute Grundstücke.

Der Senat hat das ausdrücklich so gewollt. Nach seiner Vorlage hätte sich der Anteil der Wohngrundstücke am Grundsteueraufkommen mit den Bundesmesszahlen auf 71,5 Prozent erhöht. Mit den Bremer Messzahlen verteilt sich das Aufkommen in der Stadt auf 53 Prozent Wohnen, 42 Prozent Nichtwohnen und 5 Prozent unbebaute Grundstücke. Die Last wurde also bewusst Richtung Gewerbe verschoben, um das Wohnen zu entlasten.

Andere Länder wie Nordrhein-Westfalen erreichen etwas Ähnliches über unterschiedliche Hebesätze. Bremen dagegen setzt einen einheitlichen Hebesatz für alle Grundstücke fest: 755 Prozent in der Stadtgemeinde Bremen, für 2025 und weiterhin 2026. Die Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche Flächen liegt bei null.

Was das in Zahlen bedeutet

Beispiel mit runden, fiktiven Werten: Ein Geschäftshaus hat einen Grundsteuerwert von 2 Millionen Euro. Mit der Bremer Messzahl von 0,75 Promille ergibt sich ein Messbetrag von 1.500 Euro, bei 755 Prozent eine Grundsteuer von 11.325 Euro im Jahr. Mit der Bundesmesszahl von 0,34 Promille wären es 680 Euro Messbetrag und rund 5.134 Euro Steuer gewesen.

Für Gewerbemieter folgt daraus vor allem: Die Grundsteuer ist in Bremen bei Gewerbeobjekten eine der größeren Positionen der Abrechnung. Fehler wirken sich entsprechend stark aus. Prüfen Sie insbesondere, ob die Grundstücksart im Bescheid stimmt. Ein Haus, das ganz überwiegend Wohnzwecken dient, ist ein Mietwohngrundstück mit der niedrigen Messzahl. Ein Wohn- und Geschäftshaus mit größerem Gewerbeanteil gilt als gemischt genutzt und fällt unter die hohe Messzahl (§ 249 BewG).

Wie die Grundsteuer zwischen Wohnungen und Gewerbe in einem gemischt genutzten Haus verteilt wird, regelt Ihr Mietvertrag. Ohne besondere Vereinbarung trägt jeder Mieter seinen Anteil nach dem vereinbarten Schlüssel. Mehr dazu im Ratgeber Grundsteuer 2026 im Gewerbe und für Häuser mit Wohnungen unter Gewerbe im Wohnhaus.

Abfall 2026: neue Gebühren der Bremer Stadtreinigung

Die Bremer Stadtreinigung hat ihre Gebühren zum 01.01.2026 erhöht, nach eigenen Angaben im Schnitt um 12,9 Prozent. Die Gebühr besteht aus zwei Teilen:

  • Grundgebühr: 59,50 Euro im Jahr je Haushalt oder Nutzungseinheit. Bei Gewerbe fällt sie nach Angaben der Stadt je angefangene 120 Quadratmeter Bürofläche an.
  • Leistungsgebühr für Restabfall: zum Beispiel 297,74 Euro im Jahr für einen 240-Liter-Behälter mit 18 Leerungen und 2.730,86 Euro für einen 1.100-Liter-Behälter mit 52 Leerungen.

Für Gewerbebetriebe schreibt Bremen ein Mindestvolumen vor, das je nach Branche zwischen 1 und 13 Litern pro Woche und Mitarbeitendem liegt. Für Ihre Abrechnung heißt das: Die Grundgebühr kann bei großen Büroflächen mehrfach anfallen. Prüfen Sie, ob die Zahl der Nutzungseinheiten zu Ihrer Fläche passt und ob Behältergröße und Leerungen zur tatsächlichen Nutzung passen. Mehr zur Abgrenzung von Hausmüll und eigener Entsorgung lesen Sie im Ratgeber Gewerbeabfall.

Entwässerung: Sätze bis Ende 2026 unverändert

Die Entwässerungsgebühren in Bremen gelten in unveränderter Höhe vom 01.04.2024 bis zum 31.12.2026: 2,93 Euro je Kubikmeter Schmutzwasser und 0,83 Euro je Quadratmeter versiegelter Fläche für Niederschlagswasser. Für Objekte im Güterverkehrszentrum, in der Überseestadt oder im Industriepark mit großen Dach- und Hofflächen ist die Niederschlagswassergebühr ein relevanter Posten. Achten Sie darauf, dass die veranlagte Fläche plausibel ist und nach dem vereinbarten Schlüssel verteilt wird. Für 2027 sollten Sie mit neuen Sätzen rechnen.

Gewerbelagen in Bremen

Die Wirtschaftsförderung Bremen nennt als wichtige Gewerbestandorte unter anderem:

  • das Güterverkehrszentrum (GVZ) als Logistikdrehkreuz für Straße, Schiene und Wasser,
  • die Überseestadt mit Büros, Hafen und Einzelhandel,
  • die Airport-Stadt mit Luft- und Raumfahrt und Büros,
  • den Technologiepark an der Universität, den Bremer Industrie-Park und den Gewerbepark Hansalinie.

Im Einzelhandel prägen die Innenstadt mit der Obernstraße und der Altstadt sowie Einkaufszentren wie der Weserpark, die Waterfront Bremen und das Roland-Center das Bild. In Centern stehen Centermanagement, Werbegemeinschaft und Mall-Kosten im Fokus, bei Logistikflächen Grundsteuer, Niederschlagswasser und Außenanlagen.

Prüfpunkte für Ihre Abrechnung in Bremen

  • Grundsteuer mit 755 Prozent, Messbetrag mit der Bremer Messzahl für die richtige Grundstücksart?
  • Gemischt genutztes Haus: Verteilung der Grundsteuer nach dem vertraglichen Schlüssel?
  • Bescheide 2025 und 2026 vorhanden, Änderungsbescheide berücksichtigt?
  • Abfall 2026: Zahl der Grundgebühren je Nutzungseinheit plausibel, Behälter passend zur Nutzung?
  • Niederschlagswasser mit 0,83 Euro je Quadratmeter: versiegelte Fläche plausibel?
  • Abweichendes Abrechnungsjahr: Gebührenerhöhung zum 01.01.2026 zeitanteilig berücksichtigt?

Häufige Fragen

Warum ist meine Grundsteuer in Bremen höher als bei Wohnungsmietern im selben Haus?

Ist das Haus gemischt genutzt, gilt für das ganze Grundstück die höhere Messzahl. Wie die Steuer dann auf Wohnungen und Gewerbe verteilt wird, hängt vom Mietvertrag ab. Ein höherer Anteil für Gewerbe ist nur zulässig, wenn der Vertrag einen entsprechenden Schlüssel vorsieht.

Ist die Bremer Grundsteuer insgesamt gestiegen?

Nach Angaben des Senators für Finanzen ist die Reform in der Summe aufkommensneutral angelegt. Bei rund 54 Prozent der Grundstücke ist die Steuer gesunken oder gleich geblieben, bei rund 46 Prozent gestiegen.

Welche Unterlagen brauchen Sie?

Die Abrechnung und möglichst den Mietvertrag, der auch nachgereicht werden kann. Belege sind keine Pflicht, aber hilfreich.

Abrechnung aus Bremen prüfen lassen

Nach dem Upload prüft unsere Software Ihre Abrechnung automatisiert vor, in der Regel innerhalb von 2 bis 60 Minuten, danach erhalten Sie eine Ersteinschätzung per E-Mail. Lassen Sie Ihre Abrechnung kostenlos vorprüfen. Alles zum Angebot finden Sie unter Gewerbe-Nebenkostenprüfung, die Hebesätze anderer Großstädte in der Übersicht Grundsteuer-Hebesätze 2026 und weitere Städte in der Städteübersicht.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Für Gewerbe & Unternehmen

Zu viel gezahlt für Ihre Gewerbeimmobilie?

Fehler in gewerblichen Nebenkostenabrechnungen summieren sich schnell auf Tausende Euro. Unsere Experten prüfen Ihre Abrechnung digital, transparent und ergebnisbasiert – ohne Kostenrisiko.

Schnelle PrüfungDSGVO-konform & sicherKeine Vorabkosten

6,7 %

ø Fehlerquote in Abrechnungen

36 Mo.

rückwirkend prüfbar

48 h

bis zum Prüfergebnis

Einsparpotenzial

Was ist Ihre Prüfung wirklich wert?

Fehler in gewerblichen Nebenkostenabrechnungen liegen durchschnittlich bei 6,7 % der Gesamtkosten. Berechnen Sie Ihr persönliches Einsparpotenzial in drei Schritten.

Lokale Berechnung — keine Daten verlassen Ihren Browser.

Nebenkosten
Objekte
Umsatzrendite
Ergebnis

Schritt 1 von 3

Jährliche Nebenkosten pro Objekt

€